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Atemschutzübungsstrecke PDF Drucken

AtemschutzübungsstreckeIm Herbst 2006 konnte im Zivilschutzzentrum „Guido Furlan" die neue Atemschutzübungsstrecke des Bezirksfeuerwehrverbandes Unterland in Betrieb genommen werden. Sie wird, wie alle Bezirksstrukturen, von der Freiwilligen Feuerwehr Neumarkt betreut und geführt.

Der schwere Atemschutz, wie er technisch genau genannt wird, wurde Mitte der 60er Jahr in den Feuerwehren eingeführt und viele Feuerwehreinsätze sind schon lange nicht mehr ohne ihn möglich und denkbar.   

Feuerwehrmänner mit Atemschutz im EinsatzEr wird eingesetzt sei es im Innenangriff, also bei Bränden im Innern eines Gebäudes aber auch beim Außenangriff, und immer dann, wenn die Umluft für den Wehrmann gefährlich werden kann. Rauchgase, aber auch andere Gase, sind nicht nur meist giftig, sondern verdrängen auch die atembare Umluft. Es sind dies Gefahren, welche wegen vieler neuer Baumaterialien ständig im Steigen sind.

AtemschutzgerätDas Atemschutzgerät ermöglicht es dem Wehrmann auch in einem solchen Umfeld zu arbeiten. Von der Atemluftflasche, welche mit 6 l, zu 300 bar komprimierte Atemluft, nicht wie vielfach angenommen mit Sauerstoff, gefüllt ist, wird über einen Druckminderer und der Atemschutzmaske dem Wehrmann zugeführt. Die Arbeit des Atemschutzträgers ist sehr belastend und bedarf auch einer besonderen Ausbildung. Voraussetzung für den Atemschutzträger sind daher eine spezifische Tauglichkeitsprüfung an der Sportmedizin der Sanitätseinheit, welche alle fünf Jahre wiederholt werden muss, sowie der Besuch des viertägigen Atemschutzlehrganges an der Landesfeuerwehrschule in Vilpian. Die Ausbildung zum Atemschutzträger wird heutzutage nicht mehr zur Sonderausbildung sondern praktisch zur Grundausbildung gerechnet.

AtemschutzübungsstreckeEine weitere Voraussetzung für die ständige Einsatzbereitschaft des Atemschutzträgers ist das kontinuierliche und spezifische Üben am und mit dem Gerät. Es war daher von Anfang an das Bestreben des Bezirksfeuerwehrverbandes im Zivilschutzzentrum eine eigene Anlage zu Übungszwecken nach den Vorgaben der Landesfeuerwehrschule zu bauen. Nach dem Besuch der Internationalen Feuerwehrmesse in Hannover beschloss man in Zusammenarbeit zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Neumarkt und dem Bezirksfeuerwehrverband Unterland die Übungsstrecke in Eigenregie zu erstellen. Dies geschah dann auch unter der Federführung der Fa. ELSO electronic solutions des Markus Walter in Neumarkt. Da der Firmeninhaber selbst Kommandant-Stellvertreter der Freiwilligen Feuerwehr Neumarkt ist, war es so auch möglich eigene Erfahrungen und Wünsche einzubringen.

Aufwärmbereich mit SportgerätenDie Atemschutzübungsstrecke besteht aus einem Aufwärmraum mit Sportgeräten, der Übungsstrecke selbst mit einem völlig verdunkelbaren Labyrinth aus Krichgängen und verschiedenen Hindernissen,  einem verrauchbaren Raum, welcher als Wohnzimmer eingerichtet ist, sowie einem Überwachungs- und Steuerungsraum. Um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden ist es möglich, das Labyrinth mit wenigen Handgriffen umzubauen und so zu verändern.

Finanziert wurde die gesamte Anlage über den Bezirksfeuerwehrverband mittels eines Beitrages aus dem Stützpunktprogramm des Landesfeuerwehrverbandes und des Sonderbetriebes für das Feuerwehr- und Zivilschutzwesen.

AtemschutzübungsstreckeMit der Indienststellung der Übungsstrecke steht nun allen Feuerwehren im Bezirks Unterland eine weitere Möglichkeit zur Verfügung ihre spezifische Aus- und Weiterbildung zu vervollständigen und den erreichten Standart beizubehalten und zu steigern. Es ist vorgesehen, dass jeder aktive Atemschutzträger im Bezirk, es sind ca. 300 Mann, einmal im Jahr die Übungsstrecke bewältigt. Für die Freiwillige Feuerwehr Neumarkt bedeutet dies eine weitere Aufgabe, eine Herausforderung aber, die von einer einsatzfreudigen Gruppe, welche die Betreuung und Führung übernommen hat, gerne angenommen worden ist.