Start Bezirksfeuerwehrverband Die Situation Heute
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Das Einzugsgebiet des Bezirksfeuerwehrverbandes Unterland umfasst das Südtiroler Unterland mit den Gemeinden Aldein, Altrei, Auer, Branzoll, Kurtatsch, Kurtinig, Margreid, Montan, Neumarkt, Pfatten,  Salurn, Tramin und Truden. Das Gebiet erstreckt sich über rund 269 km2 und reicht von 210 m Meereshöhe hinauf bis auf knapp 2.5oo m. Es leben hier ca. 25.ooo Einwohner. Die Wirtschaft fußt auf Obst- und Weinbau, auf Berglandwirtschaft, auf Fremdenverkehr, auf kleinere und mittlere Industrieansiedlungen und Handwerksbetriebe und letzthin vermehrt auch auf Dienstleistungen.

 

Das Gefahrenpotential im Sinne der Feuerwehr ist gegeben durch natürliche Gegebenheiten (Etsch, Wildbäche, ausgedehnte Wälder), durch Zivilisationsbauten (große überbaute Flächen im Wohnbereich, in der Industrie und der Obstvermarktung), durch den Verkehr (große Durchzugsstrassen, Autobahn und Eisenbahn).

 

Bezirk Unterland mit den Einsatzgrenzen der FeuerwehrenIm Bezirksfeuerwehrverband Unterland sind 20 Freiwillige Feuerwehren mit drei Löschzügen und zwar Aldein, Altrei, Auer, Branzoll, Graun, Holen, Kurtatsch, Kurtinig, Laag, Margreid mit Löschzug Fennberg, Montan, Neumarkt, Penon, Pfatten, Radein, Rungg, Salurn mit Löschzug Gfrill, Söll, Tramin und Truden mit Löschzug San Lugano, zusammengeschlossen. 1996 wurde im Großbetrieb Würth in Neumarkt eine Betriebsfeuerwehr gegründet.

Das Einzugsgebiet des  Bezirksverbandes selbst ist weiter in drei Abschnitte gegliedert und zwar Feuerwehren in der Talsohle rechts der Etsch mit Graun, Kurtatsch, Kurtinig, Margreid, Penon, Rungg, Söll und Tramin, links der Etsch mit Auer, Branzoll, Laag, Montan, Neumarkt, Pfatten und Salurn, sowie das Berggebiet mit Aldein, Altrei, Holen, Radein und Truden).

 

In den einzelnen Freiwilligen Feuerwehren dienen zur Zeit (2007) insgesamt 858 Wehrmänner/frauen, davon 609 im aktiven Dienst, 53 als Wehrmänner a.D., 65 sind Ehrenmitglieder und  21 unterstützende Mitglieder.  Besonders stark von jeher ist die Jugendarbeit entwickelt: in 13 von 20 Freiwilligen Feuerwehren gibt es eine aktive Jugendgruppe, mit insgesamt 110 Mitgliedern.

Das Durchschnittsalter der Aktiven beträgt knapp 34 Jahre, gut 90% davon sind unter 50 Jahre alt. Mit wenigen Ausnahmen haben geradezu alle Aktiven die Grundausbildung „Brandeinsatz" absolviert, über 30% die Grundausbildung „Technischer Einsatz". Positiv ist die Bilanz auch in der Fachausbildung wie Atemschutz (62%), Maschinisten (32%) und Funk- und Nachrichtenwesen (38%). Insgesamt gesehen kann sich der Bezirk ausbildungsmässig auch landesweit sehr gut sehen lassen. Jugendliche Kraft, Wissen und Können sowie wertvolle, in zahlreichen Einsätzen erworbene  Erfahrung sind somit eine Garantie für die Lösung der verschiedenen im Alltag gestellten Aufgaben.

 

Die Ausrüstung der angeschlossenen Wehren, sei es an Fahrzeugen wie an Geräten, entspricht den Vorgaben des Landesverbandes und dessen Konzept für Orts-, Stützpunkt- und Bezirkswehren.  Auf Bezirksebene konnten 1987 das Einsatzleitfahrzeug, 1991 die Drehleiter, 1993 das GSF-Fahrzeug, 1990 ein Transportfahrzeug mit Kran, 1983 ein Jet-Boot in den Dienst gestellt werden. Zusammen mit dem Tanklöschfahrzeug TLF 5000 und dem Schweren Rüstfahrzeug SRF der Freiwilligen Feuerwehr Neumarkt als Bezirkswehr ist somit der Bedarf an Spezialfahrzeugen im Brandeinsatz und technischen Einsatz abgedeckt. Heute ist die Aufrüstungsphase auf allen Ebenen praktisch abgeschlossen und das Einzugsgebiet ist flächendeckend versorgt. Neue Schwerpunkte liegen auf den technischen Anpassungen und dem notwendigen Austausch aber auch auf der persönlichen Schutzausrüstung des Wehrmannes.

 

Dank dem Verständnis der Gemeindeverwaltungen und dem Entgegen-kommen der  Südtiroler Landesregierung konnten insbesondere im letzten Jahrzehnt die meisten Gerätehäuser umgebaut, vergrößert, neu gebaut und somit den neuen Bedürfnissen und Erfordernissen angepasst werden.

 

Obwohl bis vor kurzem der Bezirksfeuerwehrverband Unterland keinen eigenen Sitz hatte, gelang es im Laufe der Jahre trotzdem dank dem Entgegenkommen der Freiwilligen Feuerwehr Neumarkt, die ihre Strukturen zur Mitnutzung zur Verfügung stellte, und der Gemeindeverwaltung der Marktgemeinde Neumarkt, welche die Mietkosten für angemietete Räumlichkeiten übernahm und eigene Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellte, nach und nach die Bezirksstrukturen, welche zur Wahrnehmung der Aufgaben notwendig waren und sind, aufzubauen.

1983, auch in Folge der Erfahrungen anlässlich der Überschwem-mungskatastrophe in Salurn, wurde mit dem Aufbau eines ersten Bezirks-Katastrophenhilfsdienstlagers begonnen, die Übersiedlung 1989 in den Gemeindebauhof Neumarkt ermöglichte einen weiteren, kontinuierlichen Ausbau des Bezirkslagers sei es räumlich wie auch inhaltlich, bedingt auch durch die immer weiter steigenden und neuen Anforderungen. 2002 erfolgte eine neuerliche Übersiedelung in den heutigen Sitz.

Im Zuge der Einführung der Funksirenensteuerung anfangs der achtziger Jahre wurde 1986 auch die Bezirksalarm- und -einsatzzentrale im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Neumarkt in den Dienst gestellt. Die für den Bezirk nun einheitliche  Notrufnummer wurde anfangs von der Zentrale des „Weißen Kreuzes Unterland" in Neumarkt und ab 1998 bis zur Umschaltung auf die Landesnotrufzentrale im Jahre 2002 von der Zentrale der Berufsfeuerwehr Bozen betreut. Im Laufe dieser Jahre erfolgte in den verschiedenen Feuerwehren auch die Umstellung auf die „Stille Alarmierung", allerdings bis heute noch nicht flächendeckend.

1987 wurde die Bezirks-Atemschutzfüllstation und in der Folge 1989 die Prüfstation errichtet. Ab diesem Zeitpunkt konnte die Wartung der Atemschutzgeräte sowie das Füllen der Atemluftflaschen im Bezirk selbst gewährleistet werden. 2006 konnte die Bezirks-Atemschutzübungs-strecke in Betrieb genommen werden. 2008 kam die Wasch-, Imprägnier- und Trockenanlage für die persönliche Schutzausrüstung der Feuer-wehrleute hinzu.

Zivilschutzzentrum2002 bekam der Bezirksverband Unterland über einen kostenlosen Mietvertrag mit der Gemeinde Neumarkt im neuen Zivilschutzzentrum „Guido Furlan" einen offiziellen Sitz und eine neue und selbständige Bleibe.

Heute verfügt der Bezirksfeuerwehrverband Unterland somit zusammenfassend über eigene Verwaltungsräume mit Büro, Sitzungssaal und Archiv, einen Lehrsaal für Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen, eine Bezirkseinsatzzentrale, ein Katastrophenhilfsdienstlager, eine Atemschutzwerkstatt mit Prüf- und -füllstation, einem Atemschutzflaschenlager,  eine Atemschutzübungsstrecke, eine Schlauch-wasch-, -prüf- und -trockenanlage sowie eine Wasch-, Imprägnier- und Trockenanlage für die persönliche Schutzausrüstung der Wehrmänner. Diese Strukturen, wie auch Fahrzeuge und Geräte auf Bezirksebene, werden von der Freiwillige Feuerwehr Neumarkt betreut.